Puristische Sauna mit asiatischem Flair in einem Nürnberger Wohnhaus

Mit besonderen Materialien, präzisem Handwerk und künstlerischem Anspruch machte ein Sachse den Wellnesstraum einer fränkischen Familie wahr

Der Raum für die Sauna war von Anfang an eingeplant. Nun sollte sie gebaut werden und den Ansprüchen einer Familie mit Kindern genügen. Der Vater treibt viel Sport, darunter auch asiatischen Kampfsport. So war es naheliegend, den gesamten Fitnessbereich im asiatischen Stil zu gestalten. Da die Sauna etliche Jahre benutzt werden soll, wünschte sich die Bauherrenfamilie ein zeitloses Design. Auf der Suche nach einem Experten, der diesen Traum einer puristisch-asiatischen Sauna verwirklichen konnte, fand die Familie aus Oberfranken einen Saunabauer aus Sachsen.

Im Internet hatte sie die Bilder ästhetisch ansprechender, individueller Saunen gesehen und war sofort überzeugt von Bernd Erdmann, Inhaber von Erdmann – Exklusive Saunen. Er baut seit der Firmengründung 1993 hochwertige Saunen mit künstlerischem Aspekt. Der gelernte Holzbildhauer legt Wert auf natürliche Materialien und präzise Ausführung. Jede Sauna ist ein Einzelstück und wird ganz auf die Wünsche des Kunden abgestimmt. „Die Kunden schätzen unseren Ansatz“, betont Tochter Nicole Erdmann, die ebenso wie ihr jüngerer Bruder im Betrieb arbeitet.

Erdmann Sauna asiatisch 01

Auf einen Blick

Hier entspannt: eine Familie mit Kindern
In: Nürnberg
Auf: 7,5 Quadratmetern (2,5 x 3 Meter)
Experte: Erdmann – Exklusive Saunen

„Das Holz einer Sauna ist hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Dafür eignet sich nicht jede Holzart“, erläutert Nicole Erdmann. In dieser puristisch-asiatischen Sauna haben die Tischler Abachiholz aus afrikanischen Plantagen verbaut. Es leitet die Wärme nur schwach und splittert kaum. Damit ist es ein beliebtes Holz im Saunabau, insbesondere für Saunabänke. In Nürnberg sind auch die Leisten an der Decke und den Wänden sowie die Ofeneinfassung aus Abachiholz. Dadurch entsteht eine harmonische, klare Atmosphäre.

Ein optischer Blickfang ist die Wand aus Bruchschiefer hinter dem Ofen. Der Naturstein wird durch einen Spot an der Decke beleuchtet, dadurch treten seine raue Struktur und seine Farbe noch deutlicher hervor. „Grundsätzlich ist eine Steinwand überall in der Sauna möglich“, so Nicole Erdmann. „Besonders sinnvoll ist sie jedoch an der Wand hinter dem Ofen. Denn diese ist noch größerer Hitze ausgesetzt als die anderen Wände. Das Holz würde das zwar aushalten, aber wesentlich dunkler werden.“

Als Ofen hat die Bauherrenfamilie den „Herkules S60 Vapor“ von EOS gewählt. Wegen seines Verdampfers ist er besonders gut für Biosaunagänge geeignet, die geringe Temperaturen von vierzig bis sechzig Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von mindestens fünfzig Prozent erfordern. So kann die ganze Familie entspannt saunieren. Wenn es doch mal heißer werden darf, kann über einen Regler am Ofen der Modus für finnische Sauna mit Temperaturen bis zu neunzig Grad und geringer Luftfeuchtigkeit eingestellt werden.

Wenn Nicole Erdmann davon spricht, dass bei ihnen alles im Betrieb gefertigt wird, dann meint sie das genau so: „Die Glastüren sind Einzelanfertigungen, die wir beim Glaser zuschneiden lassen. Rahmen, Bänder und Griffe bauen wir selbst an.“ Möglich ist das, weil bei Erdmann ein Team aus Handwerkern arbeitet, das den hohen Qualitätsanspruch mitträgt. So entstehen aus Kundenwünschen handwerklich perfekt umgesetzte Einzelstücke.

Die Umgebung hat großen Einfluss auf die Entspannung. Erdmann hört nicht beim Saunaubau auf, sondern bezieht den gesamten Wellnessbereich in die Planung ein. In Nürnberg ist so ein Sideboard entstanden, das über dem Boden zu schweben scheint – tatsächlich ist es natürlich an der Rückwand und den beiden Seiten im Mauerwerk der Nische befestigt. Passend dazu hat Erdmann die Lichtdecke darüber gefertigt. Das satinierte Glas ist in Holzleisten gefasst. Die Leisten sind wie das Sideboard aus Räuchereiche, die ihre dunkle Färbung durch Dämpfen mit Ammoniak erhält.

Erdmann Sauna asiatisch 02

Das Holz der Räuchereiche verbindet den hellen Saunaraum optisch mit dem eher dunkel gehaltenen Fitnessraum. Das große runde Fenster gibt den Blick von dort in die Sauna frei. Wichtiger ist aber die entgegengesetzte Blickrichtung. „In einer Sauna entsteht schnell ein klaustrophobisches Gefühl. Fenster weiten den Blick und schaffen so ein angenehmes Raumgefühl“, sagt Nicole Erdmann. Sie berät mit sichtlicher Begeisterung: „Der Saunabau fasziniert uns alle. Wir sind täglich mit unserer Kreativität gefordert, wenn es darum geht, aus Träumen Wirklichkeit werden zu lassen.“

Text: Eva Bodenmüller, freie Autorin mit Faible für Architektur und Technik, Garten und Kulinarik
Erstveröffentlichung: http://www.houzz.de/ideabooks/57260780/list/puristische-sauna-mit-asiatischem-flair-in-einem-nuernberger-wohnhaus, 14. Dezember 2015

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